Fränkies Trainingstagebuch, Teil 0

Fränkie ist ein frecher, verschmuster und temperamentvoller Schnauzermischling. In den nächsten 4 Wochen werde ich ihn jeweils zweimal wöchentlich zum Tagestraining zu Gast haben. Fränki hat drei Hauptbaustellen: 1. Er kann nicht alleine bleiben. 2. Er zieht an der Leine. 3. Er kann nicht aufhören, zu bellen und in die Leine zu springen, wenn ihm an der Leine fremde Hunde begegnen.

Tagestraining mache ich zum ersten Mal. Darum bin ich neugierig, wie schnell oder langsam wir mit diesem Zugang Fortschritte machen. Es kann nämlich sein, dass Fränkie während der übrigen Tage, die er nicht bei mir ist, länger allein in seinem eigentlichen Zuhause bleiben muss, als er kann, bzw. seine diversen Hundesitter jeweils anders mit ihm umgehen. Ob die Fortschritte, die er in der Zwischenzeit bei mir macht, dagegen resistent sind, wird sich zeigen. An den Tagen, die er bei mir ist, werde ich ihn nie länger allein lassen, als er alleine bleiben kann. An den ersten Tagen bedeutet das vielleicht entweder gar nicht oder nur eine oder zwei Sekunden.

Alleine bleiben

Fränkis Vorgeschichte ist nicht bekannt – wir wissen nur, dass er im August 2014 von einem (mir nicht persönlich bekannten) Tierschutzverein aus einer rumänischen Tötungsstation nach Wien gebracht wurde und ca. 2.5 Jahre alt ist.

Fränkie soll lernen, sich in einer Box wohlzufühlen, da ich die Box als sicheren Ort für unser Alleinbleib-Protokoll verwenden möchte. Dazu ist mein Plan für Tag 1, ihn auf die Decke zu shapen, die später in der Box liegen wird. Bei unseren nächsten Treffen, wenn er erst einmal gelernt hat, sich auf der Decke bzw. dann in der Box zu entspannen, werde ich daran arbeiten, sein “Shadowing” abzubauen, mit dem Ziel, dass er entspannt liegen bleiben kann, auch wenn ich mich in einen anderen Raum der Wohnung bewege.

Ich werde einen für Fränkie passenden Weg finden, der sich an Malena DeMartini-Prices (1) und Pat Millers (2) Alleinbleib-Protokollen orientiert.

An der Leine

Die Spaziergänge werde ich von Anfang an entweder als Leinentraining gestalten oder direkt an einen Ort fahren, an dem Fränki frei oder an der Schleppleine laufen kann. Er wird bei mir keine Möglichkeit haben, mittels Leinenziehen voranzukommen. Da er den Rest der Woche mit verschiedensten Hundesittern zu tun hat, werde ich ihm eine spezielle Leine und ein spezielles Geschirr anlegen, damit er lernen kann, dass Ziehen in diesem Outfit nichts bringt.

Hundebegegnungen

An den Hundebegegnungen möchte ich auch arbeiten; dazu werde ich ihm – nicht gleich am ersten Tag, aber wenn er den Clicker so weit kennt und grundsätzlich weiß, dass die Leine nicht zum Ziehen da ist – das LAT-Spiel beibringen.

(1) De Martine-Price, Malena. Treating Separation Anxiety in Dogs. Washington: Dogwise 2014.

(2) Miller, Pat. Preventing Separation Anxiety.

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